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Wir, Marion (1964) und Walter (1959) mit unseren beiden Terrierrüden Whisky uns Eros, gehörten zu dem großen Teil von Deutschen, die jeden Tag redlich zur Arbeit gingen und relativ gut über die Runden kamen und schön fleißig in den verschiedensten Formen etwas an die Seite legten - für die Zeit nach dem Arbeitsleben.
Ein Haus wurde geerbt und eines später gekauft und vermietet. Doch irgendwann ging es durch aller Munde, Finanzminister Eichel will eine 15%ige Steuer auf vermietete Immobilien erheben, wenn sie denn verkauft werden. Da wir in näherer Zukunft mit dem Gedanken spielten, es tatsächlich zu verkaufen, wollten wir natürlich steuerfrei aus der Sache rauskommen. Innhalb von zwei Wochen ging alles über die Bühne und wir besaßen plötzlich viel Geld. Nun, was macht man mit so viel Kohle? Nächtelanges Grübeln brachte mich auf die Idee eine große Reise zu machen wärend Marion tief und fest schlief. Doch eines Nachts weckte ich Marion auf und sagte, wir machen eine Weltreise und sie antwortete darauf schlaftrunken, wann morgen?
Der erste Stein war ins Rollen gekommen.
Aber was für ein Fahrzeug sollte es sein, denn unser BMW Endurogespann, mit dem wir jahrelang in Afrika und Asien unterwegs waren, konnten und wollten wir nicht nehmen, da wir diesmal unsere Hunde mitnehmen wollten, die wir auf unseren Reisen vorher in Pflege gegeben hatten.
Aber für eine Reise die evtl. Jahre dauern würde, kam diese Variante nicht in Frage. Ein Auto mit Allrad sollte es schon sein, aber auch hier jeden Tag Zelt aufbauen und wenn mal schei.... Wetter ist, nix mit Bewegung, alles zu eng.
Also sollte ein LKW her. Aber was der Markt so bot, war entweder Schrott und günstig oder gut und sauteuer. Es sollte auf jeden Fall was ausgebautes sein, mit großen Tanks und ganz wichtig, ein Durchstieg.
Irgendwann viel mir dann der Kat LX40 auf, ein 2-Achser mit einem 6-Zylinder-MAN-Motor und 250 PS, stand mit großen Lettern zu verkaufen. Termin abgesprochen zum Probefahren. Doch dann die Enttäuschung, 180 Liter Tank, keinen Durchstieg und der Innnenausbau lieblos mit Sperrholz zusammen genagelt.
Irgendwann hat sich dann die Sache doch entschieden, weil der so geil aussah und weil wir uns auf einen akzeptablen Preis einigen konnten.
Ab da ging`s rund, Innenausbau verschönert, verbessert und zum Teil geändert, 600 Liter mehr Diesel angeschraubt, Fahrerhausdachgepäckträger geschweißt und ein Ersatzreifen drauf, Motorradträger für unsere Kawasaki KLE 500 mit gleichzeitiger Halterung für weitere zwei Ersatzdecken gebaut, eine zusätzliche Dieselstandheizung installiert, denn wir wollten nicht nur auf Gas angewiesen sein, alter 100-Liter-Wassertank raus und auf ca. 500 vergrößert u.s.w..
All diese kleinen und großen Sachen wurden erst möglich durch meinen Freund "Linus", welcher LKW-Schrauber bei Iveco ist und der mich so nach und nach in die Dieseltechnik einführte, und einem weiteren gemeinsamen Freund, welcher einen Containerservice betreibt und mich, wenn eben möglich in seiner LKW-Halle schrauben ließ.
Nun hatten wir noch das Problem mit unserem zweiten Eigenheim, in dem wir auch selber wohnen. Leerstehen lassen, wird die Feuerversicherung um einiges teurer, außerdem, wer pflegt den Garten, der nicht gerade klein ist. Also untere Etage vermietet für kleines Geld, damit wenigstens die laufenden Kosten gedeckt waren.
Dann noch zum Arbeitgeber, wir beide im Krankenhaus tätig und öffentlicher Dienst, Antrag gestellt auf Freistellung vom Dienst für erstmal zwei Jahre.
Zwei Wochen später, abgelehnt.
Nächster Versuch, abgelehnt.
Und jetzt erst recht haben wir uns gedacht und kurzerhand gekündigt. Alle überflüssigen Versicherungen gekündigt und alles andere wie Rundfunkgebühren, Telefon, Internet und Hundesteuer auch.
Unzählige andere Sachen, die erledigt werden mußten, die einem aber jetzt erst bewußt wurden und sich zu einem schier undurchdringlichen Dickicht uns entgegenstellten. Listen wurden gemacht, was Vorrang hatte, was später erledigt werden konnte und so langsam wurde ein Punkt nach dem anderen abgearbeitet.
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